Tagebuch Tag 3

von Gojko Sinde

9.ewag Kamenz Ferienfußballcamp, 21. – 28.Juli 2019 - Fuhlendorf am Darß / Tagebuch - Tag 3

In den Vorrundenspielen von Opa´s Tischtennisturnier qualifizierten sich gestern Abend 16 Jungs für die heutigen Achtelfinalspiele. Danach wurde es sicher auch wegen der drei Trainingseinheiten schnell still im Camp. Unser kurzfristig angereister zweiköpfiger Besuch aus der Heimat bezog ebenfalls sein Quartier, klagte jedoch heute am Morgen über eine unruhige Nacht. Dies kann nur an der ungewohnten Umgebung liegen, denn die ewag – Camper sorgten ab 22 Uhr für keine Lärmbelästigung.

Nach dem der Autor vom morgendlichen Boddenspaziergang kam, stellte er aber kurz nach 7 Uhr eine deutlich veränderte Akustik im Seeigel fest. Die rote Gruppe spielte in der Socceranlage „2 gegen 2“ und wurde dabei durch unseren Camp-General lautstark motiviert. „Magnus, los geht´s, Du bist mein bestes Pferd im Stall.“, „Hey, was ist los, vielleicht lässt Du es doch mit dem Fußball sein.“, um nur zwei unterhaltsame Kommentare aufzuführen, welche die Gruppe bei lautem Gelächter zusätzlich wach werden ließ. Ganz andere Töne vernahm die Gruppe von Burkau – Tony. „Stern des Südens, FCB…..“ schallte in seinem Bungalow als Weckruf aus der Box. Logisch erschien dem Betrachter, dass es Tim im BVB-Trainingsanzug war, der nach der ersten Strophe bereits den Weg Richtung Tischtennisplatte freiwillig und zügig antrat, um dieser für ihn untragbaren Beschallung  zu entgehen. Junior Schirmers Trupp musste wegen Verspätung erst mal fünf Runden um das Volleyballfeld joggen und ein paar Liegestütze im Sand drücken, bevor sie dann endlich „Ball über die Schnur“ probieren konnten. Lessingstadt-Uli machte es sich neben der Tischtennisplatte gemütlich und lies seine Jungs beim chinesischen Kreisel die Kellen schwingen.

Überglücklich kam Senior Andreas mit dem ersten Kaffee des Tages aus dem Speiseraum. Er hatte das volle Körbchen mit den Frühstückseiern entdeckt. Nach dem dicken Lob ans Personal, wusste er, dass sein Tag gerettet ist und alle Betreuer waren beruhigt, denn wenn er schlechte Laune bekommen hätte, würde die Gesamtstimmung kippen. Doch dies geschah aus genanntem Grund zum Glück nicht, da er nach dem Verzehr auch noch eine Tagesration „to Go“ entführen konnte. Nach dem Frühstück musste Grün die erste Großreinigung der Behausung durchführen, um Ostseesand, Süßigkeiten, Sportsachen, Schuhe, sowie Bettwäsche voneinander sachgerecht zu trennen. Besonders bei der Bettwäsche versprach man sich weiträumigen Abstand. BVB – und Bayernfans wollen sich auch in den kommenden Nächten nur in/unter den jeweils individuell geliebten Farben zur Ruhe begeben.

Während die Küchengang für die nächsten Raubtierfütterungen einkaufen fuhr, starteten die Fußballer zu einer weiteren Trainingseinheit. Mit mullmigem Gefühl bauten wir Fußballtennisfelder auf, wohl wissend, dass es auch sein kann, dass manche Bälle öfter geholt, statt volley gespielt werden könnten. Die Dresdner Randgruppe testete zur Erwärmung mal den Koordinationspark des am Sportplatz befindlichen Spaßparks. Alle Hindernisse wurden unfallfrei überwunden, sogar Saltos geschlagen.

Die technisch-taktischen Ansprüche des Fußballtennis erschlossen sich noch nicht allen, doch weitestgehend kam es aufgrund sehr lockerer Regelauslegungen doch zu ansehnlichen Ballwechseln. Clever stellte sich Gruppe weiß an, welche permanent Jungtrainer T. an seine Grenzen führte. „Immer auf den Trainer, das ist der Schwachpunkt auf der anderen Seite!“, wurden seine Jungs von Außenstehenden vorangetrieben. Dass er am längeren Hebel sitzt, lies er seine Jungs nach dem Training spüren. In Ruhe zählte er beim gemeinsamen Liegestütz bis zehn. Im zweiten Teil des Trainings wurden bei Torschuss und Spielformen Torhüter und – netze maltretiert. „Pappnasen, Osterhasen, Fliegenfänger.“, vernahmen wir aus dem hinteren Spielfeldviertel von unserem Lautsprecher unter den Trainern. Alle aus seiner Gruppe werden es sicher nicht in die WFV-Kreisauswahl schaffen, die er mit trainiert. Unser Busfahrer relaxte während der Trainingseinheit bei einem Käffchen, Camp – Opa erstellte seinen Spielplan für das TTT und dem Campleiter wird wegen fünf Minuten Pause auf einem Stuhl wohl ein Urlaubstag abgezogen. So zumindest die klare Ansage unseres 2.WFV-Vizepräsidenten und Jugendchefs, der fleißig weitere Fotos für dieses Tagebuch schoss. Während für alle regelmäßig eine Trinkpause eingelegt wurde, machte unser General eine „Zweieierpause“. Wir hoffen auf keine Spätfolgen…….

Mit dem Mittagessen lag unsere Geschirrbrigade bei den Kindern genau richtig. Plinsen wurden in Massen serviert. Reichlich 200 Teigscheiben fanden den Weg aus der Pfanne, über den Thermobehälter, den Teller bis in die hungrigen Kehlen. Aber auch die ü18-Teilnehmer schlugen zu, denn neben Zucker und Nutella standen auch Apfelmus, sowie saure Sahne für Uli zur Verfügung. Nach Nudelspruch und Schnitzelgruß am Kücheninfo - Brett an unseren Daheimgebliebenen sorgte die Küchencrew jedoch auch heute wieder für Hektik in den Reihen der Trainer. „Heute Plinsen, Freitag Linsen.“, setzte einigen Gegnern dieser Flüssigmahlzeit mächtig zu. Mal sehen, ob wir diesen Plan bis Freitag noch abwenden können. Die Mittagsruhe nahmen manche müden Jungcamper ganz ernst, andere suchten sich sportliche Abwechslung, um die Plinsenverarbeitung schneller voranzutreiben.

Am Nachmittag ging es dann zum zweiten Mal an den Strand. Zwar wurden auch Fotos gemacht, aber heute nicht nur mit den Füßen in Campsachen ins Wasser, sondern mit Schwung und gesamten sportlichem Körper.

Unser Zingster Fußball – Olaf der TSG sagte dem Autor schon vergangene Woche, dass wir das schöne Wetter mitbringen werden. Seit 01. Juli sind Ferien in Mc Pomm und er war in dieser Zeit erst zweimal am Strand. Aufgrund unserer Anwesenheit werden sich diese Besuche inklusive heute bis Samstag mehr als verdoppeln. Diesen Strandspaß genossen wir in vollen Zügen. Neben den überwachten Badegängen der Gruppen wurden Strandburgen gebaut, Strandlöcher bis fast zum Ölgewinn gegraben,  Jungs bis unterhalb des Kopfes verbuddelt, Boccia gespielt, Ringe geworfen, Fußball gespielt, Lutscher geschleckt, Waffeln gegessen und auch einfach nur gechillt. Toller Nachmittag, den wir bis ans zeitliche Limit ausdehnten.

Hatten wir in den vergangenen Jahren manch verspannte Urlauber in unserer Nähe, die nicht wussten, dass auch Kinder in den Ferien am Strand aktiv sein könnten, waren heute ausschließlich tolerante Deckennachbarn am Strand von Prerow. Sogar Dresdner haben wir gesprochen, deren Junior uns beim Einsammeln der Wasserbälle half und dafür natürlich einen behalten durfte.

Erwähnt werden muss an dieser Stelle aber auch, dass unser Trainer in Ausbildung Tony nach viel Mühe im Fußballtennis nun auch beim Strand – Boccia Reserven aufzeigte. War es früh der angeblich schlechte Rasenplatz, am Nachmittag ihm beim Boccia die Kugeln nicht gut genug - Gründe für nur ausreichende Leistungen liegen ihm stets auf der Hand. Aktuell liegen seine Stärken in der Anzahl der gestern vertilgten Schnitzel und heutigen Plinsen. Mal sehen, in welche Richtung sich hier die Waage neigt.

Aus reichlich sieben Kilo Gehacktem zauberte unsere Küchengang 170 Burger, zzgl. 30 Geflügelsteaks, als Grundlage der abendlichen Burgerparty. Jeder ewag – Camper konnte sein gewünschtes Fleisch wahlweise in hellem / dunklem Brötchen selbst belegen. Bei den nächsten Besuchen von goldenem M, oder dem B-King werden unsere Jungs an den heutigen, unverwechselbaren, leckeren Genuss erinnert. Denn die Fastfood – Küchengang auf Zeit steckte wiederum ganz viel Liebe in diese Mahlzeit. DANKE euch! Draußen 30 Grad – in der Küche Minimum 40.

Für das Tagebuch – Team heißt es dann am Abend wieder an einen Ort zu fahren, der an das eigentlich flächendeckende Internet angeschlossen ist. Fuhlendorf gab es bei diesen Planungen mit Sicherheit nicht. Zeitgleich duellieren sich unter Opas Aufsicht unsere Tischtennisstars und allen anderen genießen bei sportlichen Betätigungen die tolle Atmosphäre. Bis morgen…….. 

Euer Tagebuch-Team (Bilder A.L.BZ.WFV)

Das Tagebuch mit aktuellen Bildern gibt es auch auf www.wf-verband.de – der Internetseite des Westlausitzer FV e.V.

PS 1: Grüße in die Heimat und Dank unserem treuen Partner Druckerei Schütz GmbH, die ein wichtiges Puzzleteil des Camps per Paketbrieftaube auf den Weg zu uns entsendet hat.

PS 2: Unser Regio – Discobus wurde heute mit knapp 185 Litern das erste Mal befüllt, um weiter so mobil zu bleiben. Schließlich liegen noch ganz paar Programmpunkte vor uns. Dank an die Regionalbus Oberlausitz GmbH.

PS 3: Für heute genannte Wasserspielzeuge und das Naschzeug geht ein weiterer Dank an OBI Baumarkt Kamenz, die Lessingapotheke Kamenz (zzgl. Kindersonnenschutz Faktor 30), sowie Familie Peltzer. Hinzuzufügen ist auch unser Kaufland Kamenz in Bernbruch, deren Lebensmittelspenden täglich durch Verzehr reduziert werden, sowie die Sachsenmilch GmbH in Leppersdorf, durch die unsere Kids auch unterwegs flüssig versorgt werden.

PS 4: Nico, wir freuen uns auf eure Anreise bereits am Donnerstag – Danke/Grüße an Deinen Chef T.S.

Du musst unseren sonst so umsichtigen Busfahrer bekehren – er opfert seine wenigen Lenk- und Ruhezeiten in der Küche, macht voll mit, gibt Nahrung aus. Auf Nachfrage antwortete er sogar, dass es ihm gefällt!

 

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