Tagebuch Tag 6

von Gojko Sinde

9.ewag Kamenz Ferienfußballcamp, 21. – 28.Juli 2019 - Fuhlendorf am Darß / Tagebuch - Tag 6

Der fürstliche Begrüßungsempfang für unseren nachgereisten WFV´ler samt Begleitung Mohammed (Mo) fiel aufgrund der anstrengenden Tage kurz aus. Lediglich einige Anekdoten der bisherigen Tage wurden aus Sichtweise der ewag – Camper und derer, die bisher von zu Hause aus gelesen haben, auf Wahrheit oder Übertreibung hin abgeglichen. 

Mit der fast alltäglichen morgendlichen Körperertüchtigung wurden die müden Glieder wieder geschmeidig gemacht. Auffällig war, dass Gruppe grün von ü50 – Ballkünstler Uli arg dezimiert war. Reiste gestern ein Mitglied ab, verschlief am Morgen ein Kind den ersten Programmpunkt. Nach dem Frühstück, bei dem unser General überraschend die Vertilgung von Eiern auf zwei reduzierte, ging es zur Stuben- und Revierreinigung. Die gestrige wurde durch technische Probleme an den Bodensaugrobotern abrupt abgebrochen. Unser Seeigel – Hausmeister „Mister Pilsator“ stellte nach intensiver Vollkörperkontrolle der Industriereiniger fest, dass die jungen, lernenden Gebäudereiniger sich einiger per Sog eingeholter Socken auf diesem Weg dieser entledigen wollten und die Geräte Schach matt setzten. Ab heute wurde zuerst der Boden vor dem Saugen sichtbar gemacht. Erstaunlich ist, dass überhaupt Ostseesand und andere Schmutzkleinteile den Weg durch die Klamotten-, Schuh- und Schlafsackschichten bis zum zu saugenden Belag gefunden haben.

Pünktlich 9:15 Uhr ging es zum Vergleichsturnier mit einer gemischten TSG Zingst – Auswahl. Jede Gruppe hatte 15 Minuten Zeit, um möglichst einen sächsischen Erfolg zu verbuchen. Doch die tapferen zehn Küstenkicker boten unseren Jungs die Stirn. 1:1, 0:0, 2:2 und 0:1 für die weiße Gruppe bewiesen den Kampfgeist der Nordlichter, die alle vier Spiele gegen unsere vier Gruppen nacheinander mit drei Wechslern bestritten. Trainer der 0:1 - ewag-Camp- Erfolgstruppe war Coach Toni. Mit diesem Spiel auf nationaler Auswahlebene bestätigte er seine bereits erteilte Zulassung zur DFB-B-Lizenz. Gründe für die drei Remis sahen die vielen nationalen und internationalen Scouts am Rande augenscheinlich. Der General verzweifelte schon zu Beginn an den einfachsten Grundlagen seiner Roten. „Was ist das für ein Einwurf, ich krieg Schüttelfrost.“, brach es aus ihm heraus. „Weixdorf, wisst ihr heute, wo das Tor steht?“, ließ ihn verzweifelt in der Coachingzone zusammen sacken. Sein Sohnemann im zweiten Spiel mit seinen Blauen sorgte für ein torloses Remis. Da er in seiner Karriere mehr fürs Grobe und das Tore verhindern zuständig zeichnete, war wohl dieses Unentschieden das Optimum für diese Partie. Dribbelking Uli konnte mit seiner Rasselbande zwar Tore erzielen, aber auch zwei nicht verhindern. Erdachte schon zu seiner aktiven Zeit mehr an die gepflegte Offensive. Dass dann Tony in der Gesamtwertung den Sieg holte, sah man auch daran, dass das Logo auf seinem DFB-Shirt doppelt so groß wie zum Anstoßpfiff war. Vor dem Duschen am Mittag bekam er es kaum über die nun breiten Schultern.

Nach der Jagd um das runde Leder wurde gemeinsam bei der TSG Zingst gegrillt. Gastgeber waren aber die ewag-Camper. Hinzu kam, dass Arthur aus Zingst sich wegen eines Vereinswechsels mit Kindertauglichen Kaltgetränken und einer Riesentorte von seinen Mannschaftskameraden verabschiedet hat. Dadurch wurde das Open Air – Büffet des WFV, ergänzt durch TSG-Arthur Zutaten, wieder ein mondänes Festmahl. Danke auch an Olaf und sein Team, welches auch heute wieder geniale Gastgeber waren. Die Einladung zum Besuch des Landkreises Bautzen wurde deutlich mehrfach ausgesprochen. Um unsere Dankbarkeit zu unterstreichen, wurden einige Souvenirs übergeben, sowie zwei Trikotsätze für F- und E-Junioren der TSG Zingst überreicht. Diese Trikotsätze stiftete Ronny Morawa vom Sport 2000 aus Landsberg am Lech. Damit fanden diese Garnituren den Weg über zwei Freistaaten an die schöne Ostseeküste. Olaf – haltet sie in Ehren, tragt sie mit Stolz, zumal der Schwarz-orangene in den Farben des WFV-Logos ist.

Nach dem Grillfest gab es in Zingst den nächsten Wettkampf. In sechs Gruppen, dem Alter und der Größe entsprechend, ermittelten wir den Schußgewaltigsten ewag-Knaller. Er und weitere Sieger des Tages werden im Rahmen der nächsten Pokal – Zeremonie gewürdigt. Den meisten Zuschauerzuspruch hatte das Aufeinandertreffen der Trainer. Trainerazubi Tony hatte dieses mit einer Wette zusätzlich angeheizt. Er war sich gegen die Oldies mit teils sehr abgenutzten Gelenk- und Muskelapparaten eh sicher, das Rennen zu machen. Knapp schoss er am schärfsten und sicherte sich somit seine verfrühte Heimfahrt am Sonntag. Diese muss er wegen einer nächsten Ferienwochenverpflichtung antreten. Da rot-weiß-Uli dem Wettschießen fernblieb, wird er wohl die Weißen auf dem Heimweg unter seine Obhut nehmen müssen. Highlight des internationalen Scharfschießens war natürlich der Strafstoß von Mo (Sallah), der unserem Tony fast die Wette um die Ohren geballert hätte. Aber wie geschrieben, selbst Buhrufe aus 47 Kehlen beeindruckten ihn nicht.

Hat uns gestern ein Kind verlassen, hätten wir heute bald drei neue gehabt. Auf dem Weg vom Sportplatz zur Regio-Schrankwand kamen uns von der anderen Straßenseite drei Fußballkids in Bayern – und BVB-Outfit immer näher. Beim Überqueren eine Straße sah sie der stimmgewaltige Traineroldie, dachte, da sind drei zurück geblieben. „Los jetzt, ran hier, keine Lücken lassen.“, schallte es ihnen entgegen. Diesen Schock werden die Nachwuchsurlauber nicht vergessen. Die nächsten gemeinsamen Meter blieben die Jungs auf Abstand. Aber wieder ein Beweis, dass wir versuchen, die bestmöglichste Obhut sicherstellen zu wollen.

Auf dem Heimweg zum Seeigel wurde das letzte Mal der Hundenetto in Zingst gestürmt, wobei einige mehr Zeit bei der Pfandrückgabe verbrachten. Andere standen mit Hektolitern Eistee, massig Kilos Chips und Gummischlangen bereits an der Kasse. Uli gab seinen Grünen ein Eis aus. Dem Autor ist nicht bekannt, wofür er sich Entschuldigen, oder Einkratzen muss. Entweder, weil er erwähnten Junior nicht zum Frühsport geweckt hatte, oder wollte er damit versuchen, dass nach dem ersten Abgang aus seiner Gruppe gestern, wenigstens die übrigen elf Junior – Camper ihm bis zum Sonntag folgen.

Zurück im Seeigel ermittelte unser Chefanimateur Opa Josel mittels Zwischenrunden und Finale den Boccia – King des Camps 2019. Auch dieser wird gespannt sein, was noch so alles aus den Kisten des Bereiches Ehrung/Auszeichnung zu holen ist. Dass hier echte Juniorprofis die Kugeln fliegen ließen, zeigte die Tatsache, dass zwar auf den Videobeweis verzichtet wurde, jedoch ohne einen Zollstock die Jury machtlos gewesen wäre.

Mit Tränen in den Augen bauten wir dann die ewag-Socceranlage vor dem Abendbrot ab, da mit Beachabenteuer heute Abend und dem morgendlichen Ausflugstag kaum mehr Zeit zur Nutzung bleibt.

Dieses Zeitfenster nutzte die Campleitung, um erneut Augen und Ohren in andere regionale Einrichtungen zu richten, damit zumindest erst mal die zehnte Auflage 2020 an unserer geliebten Ostseeküste durchgeführt werden kann. Die Seeigel-Chefs lassen sich von ihrer Ruhevariante nicht abbringen.

Jägerschnitzel und Nudelsalat stärkten uns zum letzten abendlichen Strandsturm. Bei dieser Mahlzeit schien der Zwist innerhalb der Küchenschaben verflogen zu sein. Nach allen Fußballern aßen sie gemeinsam, freuten sich auf den Abwasch, das Wischen der Küchen, aber vor allem die dritte Dusche des Tages, um den Lebensmittelgeruch wenigstens aus den obersten Hautschichten zu bekommen.

18:30 Uhr ging es per Großraum – Regio – Taxi wieder zum Strand. Da in Zingst „Gestört, aber Geil“ live spielt, wichen wir „Bei Sinnen und Genial“ an den Sportstrand in Prerow aus. Kurz vor Sonnenuntergang genossen wir die Wellen, es wurden Sandburgen, aber auch tiefe Gräben für Ostseezuflüsse Richtung Darß angelegt. Bei herrlich entspannter Tiefenentspannheit ließen wir den Tag ausklingen. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass unser jüngster Betreuer während unseres Wellenreitens ein Sweatshirt überzog. Scheinbar erwachte er aus seiner Temperatur wahrnehmenden Abwesenheit als wir nach reichlich Spaß das Salzwasser verließen. Plötzlich, wie von der Tarantel gestochen warf er seine unzähligen Oberteile ab und verfolgte unsere diesmal anwesende Eltstraer Wasserwacht – Mieze Richtung Dänemark in die Fluten. Genannte Dorf – Baymatchnixe entspannte während er Phase des Trocknens aller auf dem Kopf stehend. Kann auch damit zu tun haben, dass sie sich nochmal einiges durch diesen gehend überdenken will, bevor sie um 00:00 Uhr in ein neues Zeitalter wechselt. Somit endete für ihn wohl der erfolgreichste Tag dieser Woche. Aber auch alle anderen ewag – Camper saßen kurz vor 21 Uhr genüsslich bei lockerer Mucke im abendlichen Fahrdienst Richtung Seeigel. Unhör- und spürbar in dieser Phase war die Abwesenheit unseres Generals. Wurde gestern der Busfahrer bekehrt, dass er weiter am Steuer und nicht bei der Löffelbrigade bleibt, umkam unseren Traineroldie heute Abend das Bedürfnis in den gefliesten Salon mit Spülbecken zu wechseln. Völlig uneigennützig opferte er sich beim Abwasch per Hand auf und stellte damit sicher, dass unsere drei weiblichen Mitglieder der Pfannenriege den abendlichen Strandabgesang miterleben konnten.

Dann klang unser Abend geruhsam aus. Dies war genau die richtige Einstimmung für den morgigen ersten und fast einzigen Fußballfreien Tag. Wir werden die Gegend per Boot und zu Fuß erkunden.

Euer Tagebuch-Team (Bilder A.L.BZ.WFV)

Das Tagebuch mit aktuellen Bildern gibt es auch auf www.wf-verband.de – der Internetseite des Westlausitzer FV e.V.

PS 1: Hallo nochmal TSG-Team – herzlichsten Dank. Irgendwie schaffen wir es bestimmt auch 2020 in eure Region. Auf Wiedersehen nächstes Jahr!

PS 2: Gab es gestern unter unserem Geschirr – Kommando fast noch Mord und Totschlag um Streik, Arbeitsbedingungen und Hierarchien, rotten sie sich heute im Laufe des Tages samt Chef zusammen als sie erfuhren, dass die Badespaß – Phasen in ihre Kernarbeitszeiten fallen. Wir konnten darauf keine Rücksicht nehmen. Tipp: Der Strand hat auch nachts geöffnet!

PS 3: Dem sehr talentierten Mädchen der TSG Zingst wünschen wir ab der neuen Saison bei RB Leipzig viel Erfolg! Sollte mal Heimweh aufkommen, sind wir knappe 400 Kilometer näher. Sie kennt uns ja nun schon seit zwei Jahren.

PS 4: Feriencamp 2020 ist gerettet. Die abendliche Erkundungstour ergab einen Volltreffer der empfohlenen Voraussetzung im Feriencamp Bresewitz. TSG Zingst´ler – Riesendank auch für diesen Tipp. Sperrt euren Sportplatz für uns in dieser Woche. Mit deutlichem Nachdruck bei diesem Richtungsweisenden Schritt muss der WFV-Presschef erwähnt werden. War er am Mittag der einzige Scharfschütze, der die Messanlage wegen Verfehlung des Tores nicht auslöste, opferte er sich in den Verhandlungen zu den anfallenden Kosten der neuen Gastgeber auf Knien und in Gebetshaltung auf.

Zum traurigen Teil:

Für alle Abholer von ewag-Campern: Bitte am Sonntag bis 8:45 Uhr bei uns sein. Fuhlendorf am Darß ins Navi eingeben und eventuell mal morgen Durchklingeln…….0152-53041071. Bekannt sind:

Gottlöber
Peltzer
Augst
Sturm
Niemz
Tübel
Zimmer…….

Entschuldigen Sie die Transparenz, aber so sind wir uns sicher, dass alle entweder mit Ihnen in den Urlaub, oder mit uns in die Heimat fahren. Hinweis: Verzagen Sie nicht, wenn die Mailbox ran geht. Der Empfang hier oben ist fast so, als hätte es nie mobile Kommunikation gegeben. Gern auch SMS…….. Wir antworten. Hinweise für alle Abholer in Kamenz dann mit dem morgigen Erfahrungsbericht.

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