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  • AutorenbildGojko Sinde

Erster Spieltag der Platzierungsspiele

Aktualisiert: 6. Juli

Sorbische Frauenauswahl – Nordschleswig 0:0 - Der erste Tag der Platzierungsspiele fand im dänischen Aabenraa statt. Die Frauen der sorbischen Mannschaft starteten sofort nach dem Frühstück zur Spielstätte. Alle Mannschaften waren anwesend und der Spieltag begann gemeinsam mit allen Mannschaften auf dem Feld. Jede Mannschaft wurde kurz vorgestellt und danach wurde die entsprechende Hymne gespielt.

Der erste Gegner für die sorbische Mannschaft der Frauen waren die Frauen aus Nordschleswig. Sie beteiligen sich zum ersten Mal an der Europeada und die Mannschaft setzt sich mit einer Gruppe von Spielerinnen zusammen, die verschiedene spielerische Erfahrungen haben. Ein kleiner Kreis der Spielerinnen spielt nicht aktiv Fußball, sondern stammt aus anderen Sportarten wie zum Beispiel aus dem Faustball. Weitere Spielerinnen spielen von der Landesklasse bis zur 1. Frauenliga.

Der Spielbeginn war durch Torschüsse durch beide Mannschaften geprägt. Frauen aus Nordschleswig prüften die Torhüterin der Sorbischen Mannschaft ebenso wie die Sorbinnen die Torhüterin des Gegners. Nach der Zeit hatten die Sorbinnen Schwierigkeiten sich durchzusetzen. Lange und hochgepasste Bälle nach vorne waren für die Angreiferinnen vereinzelt unerreichbar und in Zweikämpfen setzten sich Frauen aus Nordschleswig durch. Dennoch gelang es ihnen aber auch, Angriffe aufzubauen und scharfe Torschüsse abzuschließen. Diese fing die Torfrau aber sicher. In der 20. Minute wurde Marta Handrick ausgetauscht. Für sie spielte Lavinia Frenzel weiter. Zwei Minuten später gelang der sorbischen Mannschaft ein weiterer guter Angriff. Der lange Ball von der rechten Seite wurde auf den linken Flügel gespielt, doch die Torfrau Nordschleswigs fing ihn sicher ab. Der Gegner begann zunehmend Druck aufzubauen, denn er stand öfter vor dem Tor der sorbischen Fußballerinnen. Doch die Sorbinnen ließen sich nicht an der Nase herumführen. Sie hatten weiterhin mehrere Chancen, auf das Tor des Gegners zu gehen bzw. auch Torschüsse abzuschließen. In der 33. Minute erfolgte eine weitere Auswechslung für die Sorbische Frauenmannschaft. Für Leoni Wenzel setzte sich Thea Kuntze ein. Die sorbische Frauenmannschaft hatte noch weitere Chancen, welche jedoch erfolglos waren. So verabschiedeten sich die beiden Mannschaften mit einem Remis.

Aufstellung: Vanessa Peschel – Vianneya Paškec, Sophie Matješkec, Stella Pilzec, Leoni Wenclec (33. Thea Kuntzec), Laura Hanušojc, Marta Handrikec (20. Lavinia Frenclec), Johanna Wjeselic, Paula Simulic, Ulrika Lobedźina, Vivien Sophie Fišerojc

 

Las Rumantschas – Serbske mustwo 1:1

Aufstellung: Xenia Koberec – Johanna Lieršec, Vianneya Paškec, Sophie Matješkec, Stella Pilzec, Laura Hanušojc, Paula Simulic (14. Lena Handrikec), Lavinia Frencelc, Ulrika Lobedźina, Thea Kuntzec, Vivien Sophie Fišerojc (19. Johana Wjeselic)

 

Die Sorbinnen hatten schon die erste Partie hinter sich, die Rätoromaninnen auf der anderen Seite starteten mit frischen Kräften ins Spiel. Somit mussten sich die sorbischen Fußballerinnen erst einmal wieder auf einen neuen Gegner einstellen. Anfangs wurde der Ball hin und her geschoben. Den Sorbinnen war anzumerken, dass sie schon mehrere Spiele in den Beinen 3/4 hatten. Dennoch vermochten sie den Gegner vereinzelt auszuspielen und auf das Tor zu zielen. Die Schüsse aber fing die Torfrau oder wehrte sie ab. Besonders in der sechsten Minute hatten die Sorbinnen mehrmals hintereinander die Möglichkeit, Tore zu schießen. In der 14. Minute wurde Paula Simmula ausgetauscht. Für sie ging Lena Handrick auf Feld. In der 16. Minute schossen die Rätoromaninnen das erste Tor. Ausgangspunkt war eine Standardsituation der Ecke. Die Rätoromanin schoss den Ball auf den langen Pfosten, wo ihre Mitspielerin den Ball annahm und auf den Fuß der Mitspielerin spielte, die ihn ins Tor unhaltbar schob. In der 19. Minute wurde Vivien-Sophie verletzt, sodass sie ausgewechselt werden musste. Für sie spielte Johana Wessela weiter. Im weiteren Verlauf des Spiels hatten die Sorbinnen weitere Chancen auf einen Ausgleich. Doch die Torfrau war immer zur Stelle und fing den Ball sicher. Aber auch auf der anderen Seite versuchten die Rätoromaninnen auf 2:0 zu erhöhen, was ihnen nicht gelang, schließlich hatte sie Xenia Kober sicher. In der 48. Minute gelang den Sorbinnen die Erlösung: Lavinia Frenzel schoss das Tor und glich auf 1:1 aus. Die Aktion begann durch einen Abstoß von Lena Handrick, welche den Ball ins Mittelfeld schoss, die Gegnerin bekam ihn nicht richtig, dafür aber Thea Kuntze, welche ihn weiter auf Laviniu Frenclec leitete, welche sich auf das Tor richtete. Mit einem weiteren Remis sicherten sich die Frauen der Sorbischen Mannschaft zwei Punkte.

 

Sorbische Herrenauswahl

Fehlendes Glück und Aluminium – Sorbische Mannschaft unterliegt Aromunen 0:1

 

Nach Beendigung der Gruppenphase ging es am Donnerstag bei der diesjährigen EUROPEADA in die Finalrunde. Da sich laut Reglement jedoch nur der beste aller 7 Gruppenzweiten für das Viertelfinale qualifiziert, reichten den Lausitzer Sorben die zwei Siege 

aus der Vorrunde nicht. Für sie blieben lediglich die Platzierungsspiele um die Plätze 9 und 11. In Niebüll, in Nordfriesland traf die sorbische Mannschaft daher auf die Mannschaft „Armanamea“. Wie auch die Sorben nimmt sie bereits seit 2008 an der Europameisterschaft der nationalen Minderheiten teil und präsentiert die Volksgruppe der Aromunen. Aromunisch ist eine dem Rumänischen verwandte Sprache ohne Mutterstaat. In Folge von Vertreibung leben die Aromunen heute verstreut in verschiedenen Staaten Europas, so vor allem in Griechenland, Mazedonien, Albanien, Serbien, Montenegro, Bulgarien, und Rumänien. Als Minderheit anerkannt sind sie allerdings nur in Mazedonien.

In Niebüll gab Trainer Frank Rietschel auch Spielern eine Chance, die bislang eher selten zum Einsatz gekommen sind. So spielten Felix Schwella (SV Einheit Drehnow) und Nico Kocor (Königswarthaer SV) in der Verteidigung und in der Offensive erhielt der Jänschwalder Martin Dabow (SV Motor Saspow) die Möglichkeit für Gefahr zu sorgen. Für ihn war es sicherlich ein besonderes Ereignis, schließlich war aus seinem Heimatdorf erneut ein ganzer Fanbus angereist. Die Sorben dominierten das Spiel von Beginn an und hatten mehrere Möglichkeiten in Führung zu gehen, jedoch waren es die Aromunen, die eine Unaufmerksamkeit in der sorbischen Defensive nutzten und in der 22. Minute zum 1:0 trafen. Auch in der zweiten Hälfte bestimmten die Sorben klar die Partie und hätten den Ausgleich verdient gehabt. Ungenauigkeiten, fehlendes Glück und zweimal Aluminium standen dem Jubel der rund 250 sorbischen Fans jedoch im Wege.

 

Die sorbische Mannschaft trifft am Freitag im Spiel um Platz 11 auf die Auswahl der Burgenlandcroaten aus Österreich.

 

In den Viertelfinalspielen konnten sich die Gastgeber aus Südschleswig durchsetzen und treffen im Halbfinale auf die furlanische Auswahl aus dem italienischen Friaul. Die Gastgeber der letzten EUROPEADA, die Kärntner Slowenen, bejubelten ihren Sieg gegen Dauermeister Südtirol. Sie treffen im Halbfinale auf die Okzitanier und sorgten gleichzeitig dafür, dass es bei den nationalen Minderheiten erstmals seit 2008 einen Europameister geben wird, der nicht Südtirol heißt.

 

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